Schlacht am Tegeler Weg
Als Schlacht am Tegeler Weg wird eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen der Polizei und Demonstranten, die großenteils in Verbindung zum SDS standen und der APO zuzurechnen waren, am 4. November 1968 am Tegeler Weg in Berlin-Charlottenburg bezeichnet.
Neben Studenten waren aber auch Arbeiter und Rocker unter den Demonstranten. Diese Straßenschlacht gilt als bedeutender Wendepunkt in der Geschichte der APO der 68er-Bewegung und ging in die Geschichte...
der Linken in Deutschland ein. Bei der Schlacht am Tegeler Weg wurden 130 Polizisten und 22 Demonstranten erheblich verletzt.
Geschichte
Am 4. November 1968 war im Berliner Landgericht am Tegeler Weg die erste Stufe eines Ehrengerichtsverfahrens gegen den Rechtsanwalt und damaligen APO-Aktivisten und späteren Rechtsextremisten Horst Mahler angesetzt. In Folge auf den Marsch zum Springer-Haus am 11. April 1968 nach dem Attentat auf Rudi Dutschke war Mahler bereits vom Springer-Verlag für die entstanden Schäden auf Schadensersatz verklagt worden. Zudem sollte nach einem Antrag des Generalstaatsanwalts beim Kammergericht Mahler auch durch ein Ehrengerichtsverfahren aus der Anwaltschaft ausgeschlossen werden. Zu diesem Termin eines Ehrengerichtes, das die Frage, ob nach derzeitigem Stand der Ermittlungen ein Berufsverbot gegen Mahler zu erwarten sei, zu klären hatte, erschienen etwa 1000 (Gegen-) Demonstranten am Tegeler Weg.
Ein LKW, der zufällig in der Nähe der Demonstration parkte, hatte Pflastersteine geladen. Mit den Steinen wurde die Polizei, die ihrerseits Tränengas und Wasserwerfer einsetzte, von den Demonstranten beworfen.
Ende der friedlichen APO
Die Schlacht am Tegeler Weg wird als Ende der friedlichen APO-Bewegung und zugleich als Beginn der gewaltsamen Auseinandersetzung der extremen Politischen Linken nach 1968 mit der Staatsgewalt bewertet. Auch gilt dieses Ereignis als Ende der antiautoritären Strömungen im SDS so wie als bedeutend für die Ablösung der Spaßguerilla der APO durch eine Stadtguerilla.
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